Demenz verstehen: Zwischen Vorsorge und Akzeptanz
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00:00:03: Herzlich willkommen zu Rundum versorgt, dem Pflege-Podcast
00:00:07: ihrer
00:00:07: KKH in Zusammenarbeit mit FAMPLUS.
00:00:17: Heute geht es um das Thema Demenzvorbeugen.
00:00:20: und gut mit Demenzleben!
00:00:23: Bedeutet denn eigentlich diese Demenz?
00:00:25: Das ist für viele ein totales Schreckgespenst.
00:00:28: Aber wie viel können wir tatsächlich dafür tun, vielleicht auch unser persönliches Risiko zu reduzieren oder eben mit dieser Erkrankung wirklich noch gut zu leben?
00:00:39: Bei mir sind drei Expertinnen.
00:00:41: zum einen ist es Janet Kiesling.
00:00:43: sie ist systemische Beraterin die Sideria Familiencoach und Education Demenztrainerin.
00:00:49: Hallo Janet!
00:00:52: Schön, dass du da bist und auch ein herzliches Hallo an dich.
00:00:56: Sabine China-Zangl sie ist Diplomtheologin, Diplompsychogerontologin Autorin und ja ich sag halt einfach mal absolute Demenschspezialistin.
00:01:06: hallo Sabine!
00:01:07: Hallo
00:01:08: Und Marion Haugt is'auch dabei Pflegeberaterin der Kaka Haag.
00:01:13: schön, dass Du da bist Marian.
00:01:14: Hallo
00:01:16: Ja, das schreckgespenst immens.
00:01:17: Ich habe es gerade einleiten schon gesagt.
00:01:20: Sabine vielleicht mir so als Anstiegsfrage was würdest du sagen?
00:01:23: wo endet so eine normale Altersvergesslichkeit und wo beginnt was?
00:01:29: Wo man dann doch wirklich mal genauer hinschauen sollte.
00:01:32: Ich spreche ungern von Altersvergesslichkeit, weil es gibt keine Alters- vergesslichkeit.
00:01:38: Wir müssen die Bedienungsanleitung unseres Gehirns genau studieren und die besagt, dass je älter wir werden, desto mehr Zeit braucht unser Gehirn um neue Informationen einzuspeichern und auch Dinge, die wir im Gedächtnis haben dort abzurufen.
00:01:57: das heißt wir müssen einfach sorgfältiger langsamer werden.
00:02:02: Der Übergang zu einer Situation, bei der ich mir unbedingt – also das erfähle ich immer sehr und es liegt mir sehr am Herzen – bei der Ich mir eine genaue Abklärung holen sollte, liegt dann wenn Dinge im Alltag nicht mehr so gut funktionieren.
00:02:21: zwei Beispiele Das eine ist, ich gehe in den Keller, will ein Glas Marmelade holen, komme unten an und weiß nicht mehr was ich da wollte.
00:02:30: Im Hochgehen achte genau die Marmelate.
00:02:33: also es fällt mir wieder ein das ist unbedenklich altes entsprechend.
00:02:39: wenn ich aber beim hoch gehen und dann auch in der Küche immer noch nicht weiß und mich erinnern kann was sich da wollte Dann ist es der Punkt wo ich mir eben eine Abklärung holen sollte.
00:02:52: oder was anders ist, die Orientierung in Gegenden, in Situationen, die mir fremd sind.
00:03:00: Die neu sind.
00:03:01: Also mehr hat kürzlich eine Ehefrau erzählt.
00:03:03: Genau damals, damals ist es losgegangen da waren die miteinander nochmal im Urlaub in einem neuen Hotel und ihr Mann war immer so der Reiseleiter gewesen noch hat gemanagt und kannte sich aus Und in diesem Hotel ist es ihm auch am dritten vierten Tag nicht mehr gelungen, sich auszukennen.
00:03:25: Die Wege zum Speisesaal zurück zum Zimmer und so weiter zu finden.
00:03:30: Das sind zwei markante Dinge.
00:03:32: also es fällt mir etwas was ich mir merken wollte nicht mehr ein oder auch Erinnerungen sind mir nicht mehr zugänglich, ich finde Namen überhaupt nicht mehr und eben zum Beispiel die Orientierung in einer neuen Umgebung.
00:03:49: Das sind jetzt spezielle Faktoren für die Alzheimer-Demenz.
00:03:54: was zum Beispiel für eine vaskuläre Demenz?
00:03:57: das hat mit durch Blutungsstörungen zu tun.
00:04:00: Das typische ist sind so minimale Durchblutungs störung also diese berühmten kleinen Stürze Häufige Schwindel und auch da sollte man sich dann unbedingt fachärztliche Hilfe suchen.
00:04:14: Das heißt also Janett, eigentlich müsstet ihr es sehen die uns gerade zuhört weil alle drei Nicken ihr seid natürlich auf dem Gebiet absolute Fachleute.
00:04:24: das heißt aber Sabine wenn ich noch mal nachfragen darf wenn man häufigen Schwindeln hat kann das eventuell ein Anzeichen dafür sein dass man dement werden könnte.
00:04:33: habe ich das richtig verstanden?
00:04:36: Jein!
00:04:37: Also das Problem ist, dass dieser Begriff Demenz der ist ja so schillernd.
00:04:42: Und wir müssen zuallererst mal verstehen was Demenz ist.
00:04:47: die hat ganz verschiedene Ursachen.
00:04:49: wenn wir den Begriff demenz aus dem lateinischen übersetzen heißt es erstmal nichts anderes als
00:04:55: ohne
00:04:56: Verstand also kognitive Beeinträchtigungen.
00:05:00: und dann müssen wir suchen warum arbeitet das Gehirn schlecht?
00:05:04: Und eine Ursache, also kognitiv schlecht.
00:05:07: Und eine Ursache sind eben diese minimalen Durchblutungsstörungen die sich in Schwindel zeigen können in Stürzen und diese minimal durch Blutungsströmung zerstören immer einen ganz kleinen Bereich des Gehirns der dann eben wenn dieser Prozess sich fortsetzt werden die Zerstörungen immer größer.
00:05:29: Schwindel kann ein Symptom sein Aber es kann mir auch schwindelig sein, weil ich zum Beispiel nur zu wenig getrunken habe oder ganz andere Ursachen.
00:05:39: Schwindel ist ja auch multifaktoriell also vielfach bedingt.
00:05:43: Genau und jetzt wollen wir genau darüber sprechen wie wir das eigentlich hinbekommen eventuelle Faktoren nicht noch zu begünstigen diese Krankheit zu bekommen.
00:05:53: was würdet ihr alle drei sagen?
00:05:54: bitte um eine kurze Einstiegsrunde.
00:05:59: Kann man so einer Demenz eigentlich wirklich überhaupt vorbeugen oder geht es eigentlich viel mehr darum, die Wahrscheinlichkeit zu verringern?
00:06:07: Die geistige und körperliche Fitness da lange zu erhalten.
00:06:10: Was sagt ihr drei Mario und vielleicht fängst du kurz an?
00:06:13: also wichtig ist dass man darauf achtet das man gut hört.
00:06:19: Also wenn die Hörfähigkeit insgesamt nachlässt Gehör schlechter wird sollte man nach Möglichkeit schon schauen, ob man mit Hilfsmitteln das ausgleichen kann.
00:06:32: Wer schlecht hört, kann angesprechen nicht mehr teilnehmen, zieht sich meistens auch zurück und angesprechend teilzunehmen ist ganz wichtig um die geistigen Fähigkeiten halt weiter zu erhalten.
00:06:48: Und wenn ich das nicht mehr kann, kann das eine entsprechende dimensionelle Entwicklung natürlich begünstigen.
00:06:56: Also von dir aus ein ganz klares Ja.
00:06:58: vorbeugen geht auf jeden Fall schon mit kleinen Alltags Tricks, würde ich mal sagen oder?
00:07:03: Auch
00:07:04: ja auch insgesamt beweglich und aktiv zu bleiben.
00:07:08: also wer rastet der rostet und das gilt auch für das Gehirn.
00:07:12: Okay und genau auf diese Punkte gehen wir noch ganz detailliert einen.
00:07:15: Janet was würdest du sagen?
00:07:17: kann man wirklich vorbeugnen oder sollte man sich möglichst einfach so lange möglichst fit und gesund halten?
00:07:23: Das ist das Gleiche für mich.
00:07:25: Also wenn wir uns möglichst langer fit und gesund halten, geistig und auch körperlich dann können wir einer Demenz zumindest... Wir können das Risiko zumindest verringern.
00:07:37: also Schwerhörigkeit wie wir es gerade schon gehört haben von Marion ist ein Risikofaktor, ein benannter Risikopfaktor.
00:07:44: im Moment sind von der Lancet Kommission vierzehn Risikophaktoren benannt worden.
00:07:49: da können wir genau hinschauen in unserem Leben verringern und ja, mit möglichst einem regen erfüllten Leben gesund alt werden.
00:08:07: Sabine ich glaube du bist genau der gleichen Überzeugung dass man demens tatsächlich auch vorwollen kann oder?
00:08:16: Teilweise.
00:08:20: Also meine Überzeugungen ist Wir sollten unbedingt unser Gehirn sehr pfleglich behandeln.
00:08:26: Also mit den Faktoren Janett und Marion, die ihr gerade genannt habt absolut richtig.
00:08:32: was mir sehr am Herzen liegt weil das immer noch so ein bisschen hinten runter fällt ist das Thema negativen Stress vermeiden.
00:08:39: Und dann Janett, was du auch schon so gesagt hast das erfüllte Leben denke bitte immer an den Genuss.
00:08:45: Was mir aber ebenso wichtig ist Wenn ich die Prozesse einer Alzheimer-Demenz in meinem Gehirn bekomme, da kann ich meinen Gehirnen noch so pfleglich behandeln.
00:08:57: Diesen Prozess können wir nach derzeitigen Wissensstand noch nicht verhindern.
00:09:03: Ich kann mein Gehirnt gut trainieren und pflegesam behandeln um die Folgen dieser Alzheimer-Zerstörungen länger hinauszögern zu können – das ja!
00:09:14: Aber ich kann tun und lassen, was ich will.
00:09:17: Wenn der Alzheimer-Prozess in meinem Gehirn läuft, haben wir derzeit nichts in der
00:09:22: Hand.".
00:09:25: Gehirn trainieren, gehirn jogging sagt man ja auch.
00:09:27: So Doku-Kreuzvorträtsel.
00:09:29: was würdet ihr sagen?
00:09:30: Ja net du guckst
00:09:31: sehr skeptisch!
00:09:33: Also ich leite auch eine Gruppe die früher Gedächtnis Training hieß.
00:09:38: heute heißt die Gesprächskreis weil ich so ein bisschen wegkommen wollte von diesem Wort Training.
00:09:45: das Wort Training ist immer kann auch schnell frustrieren Und wenn man auch immer die gleichen Sachen macht, also Sudoku wie du gerade gesagt hast jeden Tag drei oder vier Sudokus zu lösen.
00:09:58: Dann ist es für das Gehirn irgendwann auch eine Routine.
00:10:03: Wichtig ist es Neues zu lernen.
00:10:06: Also immer mal wieder den Blick auf was anderes zu richten.
00:10:10: und deshalb hat sich aus dieser Gedächtnis Trainingsrunde ein Gesprächskreis entwickelt der sich mit Themen beschäftigt, Kommunikation bzw.
00:10:22: jetzt haben wir gerade Sprache und Gesellschaft.
00:10:25: also es ist so dass die Teilnehmenden sich mit großen Themen beschäftigen wollen, sich selber austauschen wollen und was ganz anderes lernen.
00:10:37: Also lebenslanges Lernen sozusagen gehört auch dazu das Gehirn fit zu halten.
00:10:42: ein bisschen Ja, ein bisschen besser als diesen Trainingsgedanken zu haben.
00:10:47: Wo jemand mit einer beginnenden Demenz vielleicht noch mitmachen kann aber vielleicht auch schnell frustriert ist.
00:10:53: also den Wettbewerb so rausnehmen aus diesem Board.
00:10:57: Ich hänge gerade noch an der Aussage von Sabine von eben und zwar... Also da ging es ja um negativen Stress möglichst nicht in sein Leben zu lassen, dann habe ich auch gelesen zum Beispiel gut und erholsam schlafen.
00:11:13: Das trägt eigentlich wirklich dazu bei oder kann ein guter Faktor sowieso für die Gesundheit.
00:11:22: Das heißt, da will ich jetzt vorbeugen und ein sehr resilientes Leben führen?
00:11:31: Ja, weil ich in also ganz viele Menschen nehmen ihren Lebensstil ja mit ins älter und alt werden.
00:11:38: Ich kann auch mit fünfundneunzig noch meinen Lebensstiel verändern.
00:11:40: Mein Gehirn ist immer in der Lage dazu.
00:11:43: aber je früher ich mir angewöhne dass ich die Dinge eher positiv sehe das ich versuche eben diesen negativen Stress zu vermeiden Und das hat mit Entzündungsprozessen in unserem gehören zu tun und da ist die gesamte Demenzforschung sehr stark unterwegs dass wir in die Entzündungsecke tun.
00:12:03: Und je früher ich darauf achte, diese meinen Körper gut beieinander zu halten, das das Immunsystem sehr gut auf Entzünden Prozesse abwehrend reagieren kann – das finde ich ein sehr wichtigen und hoffentlich auch erfolgsversprechenden Weg!
00:12:22: Wunderbar.
00:12:23: Marion, du bist ja Pflegeberaterin bei der KKH.
00:12:27: Habt ihr so ein Drei-Punkte-Plan?
00:12:29: Wenn jetzt jemand sagt Mensch irgendwie ich
00:12:31: spüre
00:12:32: irgendwas bei mir beim meinem Mann bei meiner Mutter wie auch immer gibt es von euch aus einen drei Punkte Plan wo er sagt also achten Sie darauf schauen sie mal da genau hin und dann können sie das und dass tun.
00:12:43: So ein ersten Notfallplan für jemanden vielleicht
00:12:46: Nein tatsächlich nicht weil sehr individuell ist und auf die jeweilige Lebensgeschichte des Patienten ankommt, in der Regel rate ich den Angehörigen dem Patienten oder demjenigen bei dem eventuell eine Demenz vorliegen könnte.
00:13:05: Die Dinge so lange wie möglich zu tun, die er immer gerne getan hat und eben den Rückzug insgesamt zu vermeiden also aktiv bleiben weiter das tun, was man gern gemacht hat.
00:13:20: Dinge die man noch nie mochte nur zur Vorsorge oder zum weiteren hinaus verzögern dass die Ressourcen nicht weiter abbauen dann zu tun.
00:13:34: das halte ich für sinnvoll denn wenn ich etwas nicht gerne mache für mich nicht den Effekt.
00:13:42: Also das muss schon etwas sein, was zum Patienten passt und der eine mag halt gerne Musik und der andere überhaupt nicht.
00:13:49: Der ist absolut nicht musikalisch.
00:13:51: dem kann ich schlecht empfehlen.
00:13:53: er soll doch vielleicht viel Musik hören oder irgendeinen Instrument lernen oder sowas.
00:13:58: also drei Punkte planen halte ich in diesem Fall jetzt nicht so richtig.
00:14:06: Das ist aber etwas, was ich mir wünschen würde.
00:14:09: Ich komme ja stark aus der angehörigen Beratung und ich wünschte mir einen drei Punkte Plan für die Familie, die mit der Diagnose konfrontiert wird nicht nur für den Betroffenen selbst sondern eben auch für das ganze Familiensystem.
00:14:25: Es ist häufig so und sowas bei uns in der Familie auch.
00:14:28: also Demenz kam in unsere Familie.
00:14:30: meine Schwiegermutter war an Alzheimer eine Alzheimer Krankheit erkrankt Und dann wird man mit der Diagnose zunächst, und das ist leider immer noch so, allein gelassen als Familie.
00:14:43: Ich suche mir dann Informationen heraus, wo kann ich hingehen?
00:14:47: Wo ist die nächste Alzheimer-Gesellschaft, wo ist ein Pflegestützpunkt?
00:14:51: oder brauchen wir es überhaupt schon?
00:14:53: an wen kann ich mich wenden als Familie, die jetzt von Demenz betroffen?
00:15:00: Ich bin schon mal gefragt worden, was ich mir wünschen würde für das Gesundheitssystem.
00:15:03: Da habe ich gesagt im Grunde genommen, wünsche ich mir so etwas wie ein Mutterpass, den man bekommt wenn man schwanger ist als Frau und mit genau dann und dann ist die nächste Untersuchung da und da sind Kontaktstellen.
00:15:17: Das und das liegt an Und ich wünschte mir eigentlich einen Demenzpass.
00:15:22: damit klar ist Sie können sich hierhin wenden, das sind die Kontaktstellen in der Region.
00:15:28: Da können sie eine Selbsthilfegruppe oder wie auch immer da kriegen sie Informationen und den nächsten Termin machen wir am Sohn zu vielten.
00:15:37: also dass die Menschen sich nicht so allein gelassen fühlen mit der Diagnose Demenz Das wünschte ich mir schon.
00:15:44: Das ist eine ganz gute Sache.
00:15:46: Jetzt seid ihr ja direkt im Austausch, Mario Janett!
00:15:48: Ich glaube Ihr kennt euch ja auch.
00:15:50: also da sollte man wirklich dran arbeiten weil das ist nämlich ein ganz ganz wichtiger Punkt auch in dem was ich mir so aufgeschrieben habe was ich von Euch wissen wollte wie schafft man es denn als Angehöriger?
00:16:02: sage ich mal, jemanden so zu unterstützen ohne ihm seine Selbstständigkeit abzunehmen.
00:16:08: Ich glaube als Angehöriger sind das auch Tipps die du gibst oder Hilfestellung muss man ein bisschen umdenken, oder?
00:16:16: Auf jeden Fall!
00:16:16: Also umdenkt sollte man auf jeden fall... Die Beziehung verändert sich immer und die Kommunikation verändert sich mit einem demenziell veränderten Menschen Situation, die begleitende Situation für die Angehörigen auch so schwierig.
00:16:34: Also wenn wir es vergleichen mit einer anderen lebensbegrenzenden chronischen Erkrankung da können wir uns.
00:16:42: ich sage jetzt einfach mal Krebs.
00:16:43: meine Mutter ist an Krebs gestorben und da konnte ich mich aber bis zum Ende mit ihr auf Augenhöhe unterhalten und Dinge absprechen.
00:16:53: Und sie war in ihrer Kommunikation ja nicht eingeschränkt, in ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit nicht eingenschränkt.
00:17:01: Das ist bei Demenz aber etwas anderes.
00:17:04: also wie Sabine schon gesagt hat, Demenz das Wort bedeutet ohne Verstand.
00:17:08: Also der Verstand wird immer weniger im Laufe der Zeit und da muss ich als Angehörige erstmal Akzeptanz lernen.
00:17:18: Das ist jetzt so.
00:17:20: Und wie Sabine gesagt hat, wir können stabilisieren aber wir haben kein Heilmittel.
00:17:26: und wie können wir im Alltag besser damit umgehen?
00:17:31: Damit Situationen nicht eskalieren, damit wir auf die Bedürfnisse des Betroffenen eingehen können und sich ja die häusliche Situation entspannt.
00:17:45: Ja, genau.
00:17:46: Und dass man auch die Fähigkeiten, die einen an dem Mensch erkrankter Menschen ... Dass man ihm die nicht nimmt?
00:17:52: Die Ressourcen, die da sind... Ich hab zum Beispiel gerade im Kopf Hausfalt arbeiten, den Geschischspüler aushäumen.
00:18:01: Dann fällt halt mal was runter.
00:18:03: Das hat man ja bei kleinen Kindern eben auch schon.
00:18:06: Man fördert das halt eben und man guckt eben nicht!
00:18:09: Und das find ich so komisch.
00:18:10: Bei kleinen Kindern ja auch nicht darauf, was nicht funktioniert.
00:18:14: Sondern auf die Dinge, die gehen, die schon gehen.
00:18:17: und eigentlich sollte man das glaube ich im Umgang mit Demenzkranken auch für sich so ein bisschen im Kopf etablieren den Gedanken oder?
00:18:25: Das Erfordert natürlich einen Umdenken von den Angehörigen weil es sich ja nicht um ein kleines Kind handelt.
00:18:31: Es handelt sich in der Regel um einen Menschen, der ein gelebtes Leben hinter sich hat also eben auch viel Erfahrung mitbringt.
00:18:41: Kinder von demenziell erkrankten Menschen handelt es sich ja um die Eltern, die mich erzogen haben.
00:18:50: Und jetzt sozusagen eine andere Rolle in dieser Familie einzunehmen – ich sag mal für sorgliche Rolle gegenüber meinen Eltern – das erfordert schon einen Umdenken.
00:19:11: Ich möchte
00:19:11: noch etwas zu dem drei Punkteplan sagen, weil ich es enorm wichtig fand, Marion.
00:19:17: Was du gesagt hast das die Demenz so individuell ist.
00:19:22: und wenn ich einen drei Punkt Plan aufsetzen würde, würde ich genau was wie jetzt gesagt hast ja nicht als Angehörige muss zuerst akzeptieren.
00:19:30: also Wenn machen wir drei Punkte?
00:19:32: Das ist die Akzeptanz Und das fällt enorm schwer und das dauert manchmal schon Jahre.
00:19:38: Der zweite Punkt ist, ich brauche Wissen was bedeutet es eigentlich etwas passiert da um den Prozess verstehen zu können.
00:19:48: Und der dritte Schritt ist dann zu suchen, wo finde ich Hilfe?
00:19:52: und wir sollten nie vergessen das ganz viele Angehörige sich wahnsinnig schwer tun, Hilfe anzunehmen.
00:19:59: Wir haben ja sehr viel, also das wisst ihr beide, an Hilfsangeboten und viele An gehörige brauchen ewig und manchen gelingt es auch nie über diese Hürde zu gehen, sich von außen Hilfe zu holen.
00:20:16: Wir als die noch geistig gesunden, hoffentlich lange bleiben.
00:20:21: Wir müssen unser Gehirn umtrainieren damit wir die Sprache der Demenz verstehen lernen.
00:20:27: Die Betroffenen können es nicht mehr.
00:20:30: und als letztes was ich auch enorm wichtig finde Was du Denise ja jetzt auch schon mehrfach angesprochen hast wenn ich aus Angehörigen morgens aufstehe Umlernen Nicht mehr hoffen, oh heute hoffentlich kein Stress.
00:20:45: Heute geht hoffentlich etwas nicht schief.
00:20:47: Es wird immer Stress geben es wird nicht mehr gut.
00:20:50: Aber ich trainiere mein Gehirn um dass Ich die schönen Momente wahrnehme Dass ich sehe das war Gut.
00:20:59: Da sind wir drei Minuten beieinander gesessen, friedlich.
00:21:02: Da haben wir ein Tänzchen gewagt.
00:21:06: Mensch da hat es geschafft im Garten des Laub zusammen zu rechnen auch wenn er das schon fünfmal gemacht hat.
00:21:11: also der Moment ist das Geschenk in den Demenz.
00:21:16: Ach
00:21:17: ja
00:21:18: jetzt gehts mir schon direkt an die Angst gemüht,
00:21:23: muss
00:21:23: ich wirklich sagen.
00:21:23: Ja weil es ist ein wirklich schöner Satz und für mich tatsächlich die Vorstellung wenn man das für sich kann das gelingt wahrscheinlich nicht zu einem hundert Prozent aber wenn man dass verinnerlicht hat dann kann das eine gute Zeit werden wo man eben auch dem Betroffenen ganz viel ja hilft vielleicht auch durch diese Krankheit zukommen.
00:21:45: Marion du hattest noch einen Punkt zum Thema.
00:21:48: Also ich fand jetzt die Ausführung von Sabine wirklich richtig gut, weil es tatsächlich auch genau das ist.
00:21:54: Die Leute, die bei uns in der Pflegeberatung sind, die suchen ganz häufig einfach einen Ansprechpartner dem sie Beispiele aus dem Alltag schildern.
00:22:04: und dann geht's genau in die Richtung den Leuten also den Angehörigen in erster Linie klar zu machen dass unsere Wahrnehmung als nicht an demenserkrankter Mensch eben mit damit umgehen kann, dass etwas nicht mehr funktioniert.
00:22:24: Der Demenzkranke-Kanz aber halt nicht mehr in der Form.
00:22:27: wir sollten dann akzeptieren das diese Beeinträchtigungen da sind und eben nicht vehement auf Dinge bestehen wenn der Patient sagt Das geht nicht mehr oder das ist so und so, dass ich dann sage doch das ist aber so.
00:22:50: Nein!
00:22:52: Das bringt dann den Stress in der Situation und viele Angehörige die damit konfrontiert werden im ersten Moment für sie ist es natürlich ein Riesenproblem und die sind dann immer überrascht und sagen ja wenn ich das jetzt so mache wie Sie mir das gesagt haben vielleicht wirklich ein Weg, wie wir beide damit besser umgehen können.
00:23:15: Die schönen Momente eben nutzen.
00:23:17: also das ist genau das was wir in der Pflegeberatung eigentlich tun und jetzt nicht die Leute zum Arzt schicken oder so.
00:23:27: da muss das eher sogar weniger klar.
00:23:31: es ist interessant oder wichtig vielleicht zu wissen Es ist wirklich eine richtige Demenz Also eine festgestellte Demenz
00:23:38: aber
00:23:40: nachdem keine wirklichen Aufhalt dafür
00:23:44: gibt,
00:23:45: also weder medikamentös noch sonst irgendwie macht es wahrscheinlich Sinn dass man einfach lernt damit umzugehen.
00:23:56: Die Strategie anpasst.
00:23:59: Also ich muss mal rein.
00:24:00: Sabine ist auf
00:24:01: die Sprung.
00:24:04: Sabines auf der Sprung?
00:24:06: Ja.
00:24:07: Marion
00:24:07: ein
00:24:08: Widerspruch weil wir unterscheiden die primäre und die sekundäre Demenz.
00:24:14: Also es lohnt sich, nein es ist enorm wichtig, die genaue Diagnose zu machen
00:24:21: weil Primäre
00:24:21: Demens heißt das Gehirn wird zerstört durch eine Erkrankung die irreversibel ist.
00:24:28: völlig richtig.
00:24:29: wir haben aber auch sogenannte sekundere Demenzursachen.
00:24:32: da arbeitet das Gehören schlecht weil ein anderes Grundproblem im Organismus vorliegt.
00:24:38: Und diese Grundprobleme können wir beheben, wenn sie erkannt werden.
00:24:42: Stichwort Depressionen – Wir haben Studien die sagen, die Depression ist im Alter häufiger als die Demenz und deswegen müssen wir zuerst genau hingucken warum arbeitet das Gehirn schlecht?
00:24:55: Und dann und hundert Prozent richtig, tausend Prozent nicht machen!
00:24:59: Wenn es eben die unheimbaren Ursachen sind, dann ist Akzeptanz das Wichtigste.
00:25:06: Ich würde jetzt gerne mit euch tatsächlich mal so durchgehen, Dinge die mir sofort in den Kopf kommen und ich dachte Mensch das muss doch eigentlich so Richtung Training des Gehirns.
00:25:15: Das muss doch endlich gut sein weil wir wollen ja heute auch sprechen über Demenz vorbeugen oder möglichst gut und lange noch mit der Krankheit leben zu können.
00:25:24: Stichwort Ergotherapie.
00:25:25: Ihr Dreiber sagt ihr ist es einfach eine Beschäftigung?
00:25:29: Oder bringt das richtig was wer möchte zuerst oder ist es ganz individuell?
00:25:37: Also ich finde schon, dass das was bringt.
00:25:41: Sehr viel bringt weil der Therapeut geht ja dann auch auf die jeweilige Situation ein und es werden
00:25:49: Dinge
00:25:49: erarbeitet, die dem Patienten im Alltag helfen.
00:25:55: da wird auch Gedächtnis trainiert obwohl das jetzt nicht der schöne Begriff ist mit Training.
00:26:02: aber insgesamt ist die Ergotherapie ganzheitlich aus meiner Sicht immer sehr zu empfehlen.
00:26:09: Empfehl ich sehr vielen Demenzkranken, Patienten und es kommt halt natürlich drauf an ob derjenige das auch will oder nicht.
00:26:18: Das ist nochmal ein Problem was wir dann leider auch öfter haben.
00:26:21: die Leute wollen manchmal einfach auch das nicht machen
00:26:25: obwohl's
00:26:26: leicht sinnvoll wäre
00:26:28: Genau, dann ist es glaube ich auch wirklich in Ordnung.
00:26:31: Wie hilft denn die Ergotherapie dabei eigentlich vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen möglichst lange zu erhalten Janett?
00:26:38: Kann man das so...
00:26:40: Also es geht in der Ergotherapie mit Menschen mit Demenz.
00:26:44: also weil du eingangs gesagt hattest wir sprechen von der Vorbeugung Das betrifft ja jetzt Menschen die schon eine Demenz Diagnose haben sagen wir im Anfangs Stadium um Alltagsfertigkeiten sag ich mal, also dass man vielleicht noch lange in der Lage ist sich selbstständig anzuziehen oder zu duschen oder vielleicht auch mit dem Stift umzugehen und zu schreiben.
00:27:14: Das sind Sachen die da trainiert werden können in der Ergotherapie und die sicher dabei helfen das ein bisschen stabiler zu halten auf einem bestimmten Niveau.
00:27:25: Also ich mache mir ein ganz klares Grünes Plus beim Thema Ergotherapie.
00:27:30: Okay, Musik,
00:27:32: Spiele...
00:27:33: Ich habe schon gehört.
00:27:34: also jemand der Musik sein ganzes Leben lang nicht dolle fand, der muss das auch nicht wenn er an den Mensch erkrankt ist ganz klar.
00:27:41: Dennoch kommen mir Gedanken an eine Serie die vor kurzem mal im Privatfernsehen lief dass mit Demenzkranken ganz viel Musik gehört wurde und auf einmal kam Erinnerung wieder hoch.
00:27:55: Also Musik kann, glaube ich einiges bewirken!
00:27:58: Ich würde sagen, das ganze Feld Biografiarbeit oder man könnte es vielleicht sogar Biografietherapie nennen wenn man so will.
00:28:07: Das ist auf jeden Fall hilfreich für alle Menschen mit Demenz weil wir wissen dass die Informationen und was wir in unserem Langzeitgedächtnis gespeichert haben noch relativ lange verfügbar ist Und da können wir ansetzen empfehlen auch in unseren Schulungen immer mit der Lupe sozusagen, der Biografie Orientierung zu gucken.
00:28:34: Was mochte die Person?
00:28:35: Wo kommt sie her?
00:28:36: Was war ihr Beruf?
00:28:38: Was hatte Sie für Vorlieben?
00:28:40: und ich habe schon Familien erlebt, in denen diese Biografien Orientierung die Pflegesituation enorm erleichtert hat.
00:28:48: also Ich hab zum Beispiel eine Familie Vater schon mit Demenz im Endstadium, Pflegegrad fünf zu Hause und war ein großer Fußballfan.
00:29:00: Und es sonntags immer in die Kirche gegangen war also sehr kirchlich orientiert.
00:29:05: Dann hat die Familie kirchliche Messen im Radio rausgesucht.
00:29:10: Die kann man nämlich dort finden und ihm vorgespielt und das hat ihn sehr beruhigt.
00:29:15: Der Schwiegersohn hat ihm Bücher vorgelesen Autobiographien von Fußballern oder irgendwelche Fußballbücher.
00:29:22: Und dann hat er Begriffe gehört, die für ihn eine Bedeutung hatten, eine emotionale Bedeitung.
00:29:28: und die Familie hat gesagt wenn wir das so machen Dann ist es Abendritual mit Zähne putzen Schlafanzug ansehen ins Bett gehen oder duschen beispielsweise wesentlich entspannter als wenn wird es nicht machen würden weil durch diese Biografie Orientierung ihm Ja, so ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit auch gegeben wird.
00:29:51: Schade das es da manchmal erst eine Krankheit für braucht oder?
00:29:57: Was du sagst ist kann eigentlich so einfach sein!
00:30:02: Ganz
00:30:04: viele Angehörige sagen, wenn ich das empfehle.
00:30:08: Sagen dann jetzt soll ich auch noch Biografie abhalten machen?
00:30:11: Jetzt soll ich mich darum kümmern!
00:30:13: Ich habe den ganzen Tag so viel zu tun.
00:30:16: natürlich dieser Pflegealltag mit Demenz ist enorm ja weil man im Prinzip hier und zwanzig Stunden irgendwann für die andere Person da ist oder mit denkt was dort passiert.
00:30:28: Man lebt nicht immer in einem Haushalt.
00:30:32: Ich sage dann immer, es ist ganz wichtig zu erkennen welch... welcher Gewinn das auch sein kann, diese Biografiarbeit für mich selbst.
00:30:40: Für meine eigene Biografie wenn ich mit der betroffenen Person, mit der erkrankten Person mal ein altes Fotoalbum anschaue oder ein altem Gericht von früher koche beispielsweise oder eben wie du schon gesagt hast Musikhöhe die ihr wichtig war.
00:31:00: dann ist es auch, denn schreibt sich das in meine Biografi ein und das verstärkt die Beziehung zu dem Menschen mit Demenz.
00:31:08: und es gibt nicht wenige Angehörige, die sagen ich habe so schöne Momente erlebt.
00:31:13: Die wären für mich nicht denkbar gewesen vor der Diagnose also da er da ergibt sich nochmal die Chance in eine ganz andere Beziehungen zueinander zu treten.
00:31:28: Denis
00:31:29: ich unterbreche jetzt noch mal weil das mit dem es könnte so einfach sein und da möchte ich eine Sache noch ergänzen dazu sagen.
00:31:43: Nein, weil also ich habe das selber erfahren.
00:31:46: Ich war fünfzehn Jahre beruflich im Thema Demenz unterwegs und dann hat unser Vater eine Demenz bekommen.
00:31:54: Und mein gesamtes berufliches Wissen hat mir nichts mehr geholfen, Und das ist so schmerzlich für die Familien, für die Angehörigen und für die Ehepartner-Partnerinnen.
00:32:07: Dem erst mal hinterherzukommen dass aus diesem vertrauten Menschen aus meinem eloquenten Herrn Vater
00:32:15: ein Schatten
00:32:16: seiner selbst geworden ist.
00:32:18: und deswegen bleibt es für Familien und Angehöhrige
00:32:22: immer
00:32:22: ein schmerzlicher Prozess auch weil es einen Abschied auf Rateln ist.
00:32:28: Es hat mir meine Ehefrau gesagt, ich lebe mit einem lebenden Leichnam zusammen der aussieht wie mein Ehemann.
00:32:36: Also mein gesamter Alltag als Angehörige ist gebunden und trotzdem ist die vertraute Person, mit der ich geweint gestritten gelacht schöne Momente hatte nicht mehr vorhanden und verschwindet immer mehr.
00:32:50: und deswegen ist es nie einfach.
00:32:56: Und diese angehörigen Arbeit, Janett, die du da eben betreibst.
00:33:00: Ich muss wirklich tief durchatmen!
00:33:02: Das geht mir so am Herz und ich habe ... persönlich privat mit der Krankheit Demenz tatsächlich nichts zu tun gehabt.
00:33:10: Wir haben leider unsere Eltern an Krebs verloren, was auch furchtbar war.
00:33:14: aber genau wie du gesagt hast Janett wir konnten bis zum letzten Atemzug miteinander sprechen auf Augenhöhe.
00:33:20: also das ist wirklich.
00:33:22: ich habe den Eindruck jetzt weiche ich mal komplett ab weil mir kommen gerade Gedanken in den Kopf.
00:33:27: im Moment oder seit einigen Jahren.
00:33:29: Ich glaube angefangen mit Honig im Kopf hat dieses Thema Demenz eigentlich eine viel größere.
00:33:35: Ist es das erste Mal so richtig sichtbar geworden?
00:33:37: Könnt ihr das bestätigen?
00:33:42: Also alle drei Nicken.
00:33:45: Absolut, also ich bin seit Ende der achtziger Jahre in dem Themenfeld unterwegs und wir waren damals in Deutschland sowohl was wie eine kleine Familie ja die Altsammergänge und wir hätten damals nie für Möglichkeiten... bundesweit, vorstandalsame Gesellschaft.
00:34:01: Und wir hätten damals niemals für möglich gehalten und haben so viel getan im Ehrenamt dass auf einmal das Thema Demenz so eine Dynamik annimmt und es ist großartig was da gelungen ist.
00:34:14: aber das ist noch nicht so lange völlig richtig.
00:34:17: Ich habe jetzt, es kommt bald ein neuer Film raus.
00:34:19: Ich glaube sogar ein Kinofilm mit deutschen Schauspielern eine Ehe eher demenzkrank lebt im Heim sie neu verliebt und sagt nun ihrem demenzkranken Ehemann dass sie einen neuen Lebenspartner hat.
00:34:33: Also, das muss unfassbar sein diese Geschichte.
00:34:36: ich gucke mir das an genau wie Honig im Kopf und ich glaube es zerreißt mich weil man alle möglichen Perspektiven hat und irgendwie mit jedem mitfühlt.
00:34:44: Und letztendlich habe ich schon bei allen was sich so am Film zu dem Thema gesehen hab immer gedacht Man darf nicht Diese Krankheit verändern wollen man muss hier einfach so nehmen.
00:34:57: du hast gerade gesagt Sabine klar so lange das Herz damit mit involviert ist es total schwierig, aber das sollte man auch diese Menschen ja eigentlich mit in die Gesellschaft integrieren sagt sich auch so einfach.
00:35:11: Aber das Ganze eben ein bisschen immer mehr publik zu machen und drüber zu sprechen da tun wir heute auch wieder einen kleinen Teil dabei dass es so ist
00:35:23: was natürlich auch daran liegt, wenn ich das auch nochmal ergänzen habe.
00:35:27: Was natürlich auch darin liegt dass die Zahlen gestiegen sind also die mediale Öffentlichkeit Das Interesse daran darüber Bücher zu schreiben, Bücher zukaufen und zu lesen.
00:35:43: Filme zu drehen.
00:35:44: zum Thema Demenz hat natürlich auch damit zu tun das erkannt worden ist dass Demenz eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist.
00:35:51: was die Zahlen angeht im Moment haben wir in Deutschland eins Komma acht vier Millionen Menschen die an Demenz erkrankt sind und es wird steigen.
00:36:00: diese Zahl Das ist ja das Problem.
00:36:05: Wir haben kein Heilmittel wir haben aber diese Zahlen die voraus berechnet werden können und deshalb gibt es eine nationale Demenzstrategie, weil es eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist.
00:36:17: Es ist gut dass das Thema so in die Öffentlichkeit gekommen ist aber es hat eben auch damit zu tun dass wir damit so beschäftigt sind also dass die Nachfrage sozusagen steigt.
00:36:33: Bevor wir noch mal drauf eingehen, Alltagsgruppen und auch Hilfe für Angehörige würde ich nochmal eine Sache zurückholen wollen.
00:36:40: Janett du sprachst von den vierzehn Demenzfaktoren.
00:36:43: Kannst Du die einmal kurz in vierzehnt Punkten runterrattern sozusagen?
00:36:48: Das versuche ich mal.
00:36:50: Die Lancet-Kommission hat viele, viele weltweite Studien ausgewertet und vierzehn Risikofaktoren veröffentlicht, zwei Tausend vierundzwanzig die sind jetzt im Demenzbereich in aller Munde.
00:37:08: Da geht der Fokus stark auf das Thema Prävention im Moment.
00:37:14: Wir wissen, dass wir schon im Kindesalter den ersten Risikofaktor haben, nämlich geringe Bildung.
00:37:21: Das ist ein Risikovaktor und dann gibt es im mittleren Lebensalter zehn Risikophaktoren.
00:37:30: Ich kann mal ... Also das geht los mit chronischen Krankheiten wie Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes.
00:37:39: Ein hohen LDL-Kolesterinspiegel über Schwerhörigkeit was Marion vorhin schon gesagt hatte als Risikofaktor von Demenz.
00:37:49: Schädelhirntrauma Dann hat das was mit unserem Lebensstil zu tun.
00:37:55: Rauchen, Adipositas übermäßiger Alkoholkonsum und Bewegungsmangel sind auch Risikofaktoren von Demenz.
00:38:03: Und dann im späteren Lebensalter kommt auch noch das schlechte Sehen dazu Die Luftverschmutzung Und die soziale Isolation.
00:38:15: Also wir wissen, dass gerade Einsamkeit auch ein Risikofaktor ist für Demenz und für andere chronische Erkrankungen.
00:38:24: Auch Einsamkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung heutzutage.
00:38:32: Das sind die vierzehn bekannten Risikophaktoren?
00:38:36: Ja!
00:38:37: Wenn ich da mal einen Strich drunter mache und dann sage ich mir sei einfach gut zu dir selber dann hast du schon mal ganz, ganz viele dieser Risikofaktoren.
00:38:45: Kannst du irgendwie für dich ausschließen?
00:38:48: Ja aber kümmere dich eben auch um die chronischen Krankheiten, die du hast.
00:38:52: Sei einfach gut zu dir.
00:38:53: würde jetzt bei Diabetes nicht unbedingt verfangen.
00:38:58: da muss ich dann gucken bin ich gut eingestellt?
00:39:00: ne wenn ich eine wenn ich einen hohen Blutdruck habe über Jahre hinweg muss sich gucken.
00:39:06: wie kann bestenfalls regulieren, damit die Gefäße nicht zu stark darunter leiden und es dann eventuell im weiteren Verlauf zu einer vascularen Demenz kommen kann.
00:39:18: Also sei einfach gut zu dir.
00:39:20: aber wenn du eine Erkrankung hast oder einen dieser Risikofaktoren hast, dann kümmer dich darum dass du gut eingestellt bist und möglicherweise vermeiden oder verringern könntest.
00:39:42: Dann würde ich nochmal erweitern uns sagen, es ist nie zu spät anzufangen, oder?
00:39:49: Gut zur Sicht zu sein!
00:39:51: Das auf jeden Fall.
00:39:55: Sabine.
00:40:01: Aber...
00:40:03: Nein, ich möchte einen gesellschaftspolitischen Aspekt noch einbringen oder vielleicht ein Aspekt des Zeitgeistes.
00:40:11: Wir leben ja so ein bisschen da drin, wir haben alles im Griff und wenn ich das und das und dass und das tue und diese berühmte Smartwatch trage und ich weiß nicht was dann wird alles gut.
00:40:23: Denise Ich geb dir oder euch allen absolut recht sei gut zu dir geh sorgsam pfleglich mit dir selber um.
00:40:32: von der wissenschaftlichen Evidenz her Kann ich das alles tun?
00:40:37: Aber, und das sagt auch die WHO, die ganz ähnliche diese vierzehn Faktoren kürzlich rausgegeben hat.
00:40:45: Die WHO sagt immer dazu, die Studienjagd, die wissenschaftliche Evidenz lädt das nahe.
00:40:52: aber wirklich wissen tun wir es nicht.
00:40:54: Und mir macht Sorge dass wir uns eine in eine Richtung bewegen Das eben weil die Demenz zahlen zu steigen.
00:41:04: wenn du nicht das und das getan hast, dann bist du selber daran schuld.
00:41:09: Und dann erhältst du keine Leistungen mehr unseres Pflegegesundheitssystems.
00:41:15: Deswegen warne ich davor, das zu pauschal in die Welt zu stellen.
00:41:22: Mir liegt es am Herzen als Mensch unserer Zeit aber auch als Fachfrau immer die wissenschaftliche Evidenz im Blick zu behalten.
00:41:32: Ich auch übrigens Sabine, ich warne auch davor sich zu stark auf diese vierzehn Risikofaktoren zu konzentrieren und ich bin ganz skeptisch gegenüber der Aussage die lehne ich sogar ab dass wir leider ist es aber so das also gar in Fachpublikationen plötzlich der Satz erschien.
00:41:52: Wir können Demenz um die Hälfte reduzieren Ja, mit der Mitvermeidung dieser Risikofaktoren.
00:42:00: Und das steht da aber nicht!
00:42:02: Da wenn man die zusammenzählt dann kommen forty-fünf Prozent heraus.
00:42:06: Das bedeutet aber nur diese Risikophaktoren sind potenziell modifizierbar.
00:42:13: Das heißt, wir könnten – forty-fünf Prozent dieser Risiko, also diese Risikofaktoren insgesamt – wir können die potenziellen Modifizieren.
00:42:22: Das bedeutet aber noch nicht dass wenn wir jetzt bei diesem einen Patienten der vielleicht eine Schwerhörigkeit und Bluthochdruck hat und Bewegungsmangel, wenn wir das abstellen, dass er nicht an dem Mensch erkranken würde?
00:42:37: Nein!
00:42:38: Aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Aspekt eigentlich bei allen Erkrankungen immer zum Tragen kommt.
00:42:45: Es ist nicht nur der Lebensstil, sondern auch Genetik.
00:42:48: Zumindest spielt es eine Rolle und im Moment wird ganz stark geforscht in dem Bereich Biomarker und Genetika.
00:42:55: wie welche Rolle spielt das eigentlich?
00:42:57: Und wie hoch sind da die Risikofaktoren?
00:43:00: aber Sabinesack?
00:43:01: Mein
00:43:01: Punkt ist einfach wir wissen zu wenig und da wir aber in dieser Zeit leben alles in Griff Wir haben Kontrolle, Kontrolle , Kontrolle Ist es so schwer auszuhalten dass wir es einfach nicht wissen.
00:43:12: letztendlich wissen wir auch nicht warum Der Krebs entsteht.
00:43:15: Da ist die Wissenschaft auch immer noch auf Besucher und wir müssen akzeptieren, dass es zum Thema kognitive Veränderung pathologische Demenz leider so ist und wahrscheinlich noch eine Weile so bleiben wird.
00:43:28: Und ich stelle nochmal den Begriff der Entzündungsprozesse im Raum, der dezidiert signifikant mit negativen Stress verbunden unterbeleuchtet.
00:43:49: Okay, ich sage nochmal Genetik spielt eine Rolle das ist ganz klar.
00:43:54: bei Alzheimer relativ wenig FTD also Frontotenn-Borale Demenz wissen wir es nicht so genau bei vascularer Demenz eine weitaus größere Rolle.
00:44:05: und von daher Marion gebe ich dir also unterstreiche ich das was du gesagt hast von den Zahlen her.
00:44:13: Ich weiß inzwischen Wir wissen nix Um Goethe zu zitieren.
00:44:18: Ja, genau!
00:44:19: Dann mache ich doch einfach mal so einen kleinen Strich drunter und sage, dass es rund um eine Million Menschen sind an Demenz erkrankt ist.
00:44:26: Und ich finde jetzt am Ende dieses Podcasts eigentlich vermessen zu sagen, demenz können wir vorbeugen.
00:44:32: Das können wir nicht.
00:44:32: Wir können gut zu uns sein und dann schauen wir mal was kommt.
00:44:35: Und eigentlich müssen wir alle umdenken.
00:44:41: Es ist schon eine Herzelleit auch, wenn man die Angehörigen sieht Sabine das hast du auch noch mal beschrieben.
00:44:47: Aber lass uns doch einfach probieren mit denen zu leben und vielleicht auch deren Leben ein bisschen mitzuspielen würde ich mal sagen Akzeptanz dieser Krankheit, wissen um die Sache und Hilfe.
00:45:01: Das ist so.
00:45:02: der drei Punkte Notfallplan von Sabine in Kombination mit Marion und Hilfe gibt es.
00:45:09: wir setzen alles an links was es gibt unter diesem Podcast dann könnt ihr reinklicken.
00:45:15: sprecht mit Menschen was ich auch eigentlich noch ganz detailliert mit euch besprechen wollte.
00:45:21: aber ich glaube das ist gar nicht notwendig mit Menschen im Gespräch bleiben mit verschiedene Dinge einfach neu zu lernen.
00:45:28: Das ist eine ganz, ganz wichtige Sache um das Gehirn in Gang zu halten.
00:45:33: deswegen Betreuungsgruppen kann ich mir vorstellen nicht nur für den menscherkrankte auch für die Angehörigen.
00:45:38: ne Tagespflege vielleicht glaube dass es könnte eine Win-win Situation für beide sein.
00:45:46: Als allerletztes Rage, Janett, die würde ich gerne an dich geben.
00:45:50: Wie wichtig ist es eigentlich auch für Angehörige in ihrem Alltag?
00:45:55: Also im Job, in ihren Hobbys und in Ihrem Freundeskreis drin zu bleiben?
00:46:01: Welche Ratschläge gibst du an Gehörigen?
00:46:05: Ich gebe den Angehöhrigen gern den Ratschlag sich nicht zu vergessen, also auch um sich selbst zu kümmern, während ich mich um jemand anderen kümmere.
00:46:18: Das gerät ganz häufig in Vergessenheit und da ist der Fokus immer darauf gerichtet, selbst für Sorge zu betreiben.
00:46:29: Auf der einen Seite zu sagen wie können wir die Situation mit der demenzerkrankten Person entspannen, wie können wir den Alltag entspennen?
00:46:40: Wie können wir die Kommunikation entspannen um dann auch anschließen wenn ich das erstmal gelernt oder verinnerlicht habe.
00:46:48: Wenn ich da meinen Denkmuster überarbeitet habe zu gucken was kann ich mir selber auch Gutes tun ist es ganz wichtig dass Menschen also Angehörige viele positive Erfahrungen in ihrem Leben machen, aus denen sie wieder Kraft schöpfen können.
00:47:08: für diesen Pflegemarathon nennen wir das ja.
00:47:12: Kein Sprint sondern ein Marathon.
00:47:13: die Begleitung eines Menschen mit dem Mensch kann sich über Jahre hinziehen und deswegen ist es auch ganz wichtig als Angehörige immer darauf zu gucken.
00:47:22: wie geht es mir eigentlich in dieser Situation?
00:47:26: Es gibt Angehöre, die sagen ich weiß gar nicht wie's mir geht Ich habe mich ganz vergessen, ich habe keine Ahnung wie es mir geht.
00:47:34: Und das ist dann der Ansatzpunkt zu sagen ja dann gucken wir da aber mal ein bisschen genauer hin.
00:47:39: Genau und dafür gibt es Programme wie zum Beispiel Education Demenz Training die Sideria Familiencoach.
00:47:46: bist du ja Adjanet?
00:47:47: Da gibt's wirklich.
00:47:49: Es gibt Hilfe Ja und es gibt Möglichkeiten sich zu informieren.
00:47:52: alle Links versprochen setzen wir unter den Podcasts und euch drei danke ich ganz herzlich dass ihr bei mir wart und wünsche euch einen schönen Tag.
00:48:01: Bis bald mal!
00:48:11: Danke schön, tschüss!
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